Mietpreise, Kaufpreise und Marktentwicklung denkmalgeschützter Wohnimmobilien
in der Schweinauer Straße in Nürnberg
Die Schweinauer Straße in Nürnberg gehört zu den historisch gewachsenen Wohngebieten südlich von Gostenhof. Die Entwicklung dieses Quartiers ist eng mit der ehemaligen Ruralgemeinde Sündersbühl verbunden, deren Siedlungsgebiet 1881 und 1898 in die Stadt Nürnberg eingemeindet wurde. Das Viertel um die Schweinauer Straße entstand überwiegend zu Beginn des 20. Jahrhunderts und bildet ein geschlossenes Ensemble aus denkmalgeschützten Mietshäusern, Mehrfamilienhäusern und Bürgerhäusern.
Denkmalgeschützte Immobilien entlang der Schweinauer Straße sind daher nicht nur Wohnraum, sondern Ausdruck eines städtebaulich sorgfältig gestalteten Ensembles. Architektur, Straßenführung und Bebauungsstruktur stehen in engem Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung Nürnbergs am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Historische Entwicklung des Quartiers
Das Quartier entwickelte sich um den alten Siedlungskern von St. Leonhard, dessen Ursprünge auf eine Siechkobelkapelle aus dem Jahr 1317 zurückgehen. 1810 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Die Schweinauer Straße entstand im späten 19. Jahrhundert als neues, rasterartig geplantes Wohnquartier westlich des Siedlungskerns, ohne direkte Orientierung an den historischen Ausfallstraßen nach Augsburg und Rothenburg o. d. Tauber.
Die Bauweise musste teilweise an die bestehenden Wege und die Friedhofsanlagen von St. Leonhard angepasst werden. Dadurch entstanden leichte Achsenabweichungen, die bis heute sichtbar sind und das Quartier städtebaulich abwechslungsreich machen.
Die Straße verläuft geradlinig über etwa einen halben Kilometer und ist geprägt durch eine dichte Bebauung mit viergeschossigen Mietshäusern, die typische gotisierende Fassadenelemente mit klassizistischen Dachaufbauten kombinieren. Später errichtete Häuser der Jugendstilperiode (1905–1912) sowie vereinfachte Fassaden in den Straßen der Leopold- und Orffstraße runden das Ensemble ab.
Architektonische Besonderheiten des historischen Bestandes
Die Schweinauer Straße zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Viergeschossige Mietshäuser um 1900, häufig mit gotisierenden Fassadenelementen und klassizistischen Dachaufsätzen.
- Spätjugendstil-Bauten ab 1908/12, besonders entlang der Leopold- und Orffstraße, die rhythmische Straßenzüge erzeugen.
- Einzelne städtische Akzente, wie das Schulhaus von 1903/04, das städtebaulich eine Achse betont.
- Abweichungen im Straßenraster, die historische Wege und Friedhofsanlagen einbeziehen.
- Homogene Straßenzüge, die das Ensemble geschlossen erscheinen lassen.
Diese Mischung aus historischer Substanz, Straßenführung und Sichtbezügen sorgt für eine hohe architektonische Qualität des Quartiers.
Strukturelle Besonderheiten des Immobilienangebots
Das Wohnungs- und Immobilienangebot ist geprägt durch:
- Historische Mietshäuser mit Jugendstil- und klassizistischen Elementen
- Bürgerhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser, oft mit Innenhöfen oder Gartenflächen
- Einheitliche Straßenzüge und Platzfassaden
- Begrenzte Neubauflächen, da nahezu alle Gebäude unter Denkmalschutz stehen
Die Kombination aus geschlossener Bebauung, historischer Substanz und begrenztem Angebot sorgt für ein stabiles Preisniveau.
Mietpreise denkmalgeschützter Immobilien
Die Mietpreise liegen über dem Nürnberger Durchschnitt und variieren je nach Lage, Ausstattung und Gebäudezustand. Berücksichtigt werden sowohl Wohnungen als auch Mehrfamilienhäuser und Bürgerhäuser:
Aktuelle Nettokaltmieten (2025)
- Wohnungen, einfach modernisiert: ca. 12,50 – 15,00 €/m²
- Wohnungen, hochwertig saniert mit historischen Details: ca. 16,00 – 19,00 €/m²
- Premiumwohnungen in Eckhäusern oder mit Sichtbezügen: ca. 20,00 – 23,00 €/m²
- Historische Mehrfamilienhäuser: ca. 14,00 – 18,00 €/m², abhängig von Lage, Sanierungsgrad und Gartenanteil
- Bürgerhäuser und Einzelobjekte: ca. 15,00 – 20,00 €/m², abhängig von Ausstattung und Ensemblebezug
Ein typischer Mietpreis für sanierte Wohnungen liegt derzeit bei ca. 16,50 – 18,50 €/m².
Besonders nachgefragt sind:
- Wohnungen und Häuser mit Jugendstilfassaden und klassizistischen Dachaufbauten
- Eckhäuser mit städtebaulichem Ensemblebezug
- Immobilien mit Gartenflächen oder Innenhof
Moderate Mietpreise finden sich in:
- Lagen mit stärkerem Verkehr
- Straßenabschnitten mit weniger erhaltener historischer Substanz
Kaufpreise für denkmalgeschützte Immobilien
Die Kaufpreise spiegeln das begrenzte Angebot, den Denkmalstatus und die hohe Nachfrage wider. Sie beziehen sich auf Wohnungen, Mehrfamilienhäuser und historische Bürgerhäuser:
Typische Kaufpreisspannen (2025)
- Wohnungen, standardisiert: ca. 3.800 – 4.500 €/m²
- Wohnungen, hochwertig saniert: ca. 4.500 – 5.500 €/m²
- Premiumwohnungen und Eckhäuser: ca. 5.500 – 6.500 €/m²
- Historische Mehrfamilienhäuser: ca. 4.800 – 6.500 €/m², je nach Zustand und Lage
- Bürgerhäuser und Einfamilienhäuser: ca. 5.200 – 7.000 €/m², Spitzenlagen auch darüber
Zum Vergleich: Der Nürnberger Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen liegt aktuell bei ca. 4.200 – 4.800 €/m².
Mehrfamilienhäuser und historische Bauten
Historische Mehrfamilienhäuser und größere Bürgerhäuser sind selten und werden einzeln bewertet:
- Orientierungswerte: Faktor ca. 25 – 30 der Jahresnettokaltmiete
- Kaufpreise: ca. 1,5 – 4,0 Mio. €
- Spitzenlagen mit Ensemblebezug oder parkartigen Grundstücken können darüber liegen
Die Bewertung richtet sich stark nach Substanzqualität, Sanierungsstand, Lage und Sichtbezügen.
Marktentwicklung seit 2010
Phase 1: Dynamisches Wachstum (2010–2020)
- Kontinuierlicher Preisanstieg von ca. 4 – 7 % pro Jahr
- Hohe Nachfrage nach zentralem, denkmalgeschütztem Wohnraum
- Begrenztes Angebot historischer Gebäude
Phase 2: Marktanpassung (2021–2023)
- Moderate Preisrückgänge in weniger nachgefragten Lagen um ca. 5 – 8 %
- Hochwertige Sanierungen blieben stabil
Phase 3: Stabilisierung (seit 2024)
- Angebot bleibt knapp
- Kaufinteressenten langfristig orientiert
- Miet- und Kaufpreise zeigen kaum Abwärtsbewegung
Lagequalität und Mikrolagen
Innerhalb der Schweinauer Straße bestehen deutliche Differenzierungen:
Hochpreisige Zonen:
- Eckhäuser und besonders repräsentative Mietshäuser
- Sichtbezüge auf historische Straßenachsen und Schulgebäude
Mittlere Preislagen:
- Regelmäßige Mietshäuser der Jugendstilperiode
- Geschlossene Straßenzüge mit moderater Ausstattung
Moderate Bereiche:
- Spätjugendstil oder teilmodernisierte Häuser
- Straßenabschnitte mit vereinfachten Fassaden
Die geschlossene historische Bebauung sorgt für ein dauerhaft stabiles Preisniveau.
Langfristige Perspektive
Die Schweinauer Straße bietet durch ihre geschlossene Bebauung, historische Substanz und zentrale Lage langfristig Wertstabilität:
- Begrenztes Angebot denkmalgeschützter Gebäude
- Homogene Straßenräume und Ensemblewirkung
- Attraktive Wohnqualität in ruhigen, zentralen Lagen
Fazit
Die Schweinauer Straße in Nürnberg ist ein eigenständiger Premiumstandort innerhalb des südlichen Gostenhof-Quartiers. Denkmalgeschützte Immobilien bewegen sich sowohl bei Mieten als auch bei Kaufpreisen über dem städtischen Durchschnitt:
- Mieten: 12,50 – 23,00 €/m²
- Kaufpreise Wohnungen: 3.800 – 6.500 €/m²
- Mehrfamilienhäuser/Bürgerhäuser: 1,5 – 4,0 Mio. €
Die Kombination aus geschlossener Bebauung, historischer Substanz und begrenztem Angebot sorgt für eine hohe Marktstabilität und nachhaltige Wertentwicklung.
Über den Autor
Mein Name ist Christian Wejda.
Ich bin Immobilienmakler mit Spezialisierung auf denkmalgeschützte Wohnimmobilien in Nürnberg – insbesondere in Erbengemeinschaften, in denen Entscheidungen mehrere Beteiligte betreffen und besondere Sorgfalt erfordern.
Meine Arbeitsweise ist verlässlich, genau und strukturiert. Ich lege Wert darauf, Prozesse transparent zu gestalten und Informationen klar zu kommunizieren, damit Eigentümer fundierte Entscheidungen treffen können.

Verlässliche und sorgfältige Arbeitsweise
Immobilienentscheidungen haben wirtschaftliche und emotionale Bedeutung. Deshalb arbeite ich mit höchster Sorgfalt und einem klaren Fokus auf Nachvollziehbarkeit:
- Verlässlichkeit: Vereinbarungen und Prozesse werden eingehalten und klar kommuniziert.
- Genauigkeit: Sachverhalte und Unterlagen werden gründlich geprüft, bevor Empfehlungen erfolgen.
- Struktur: Jeder Schritt ist nachvollziehbar, damit Entscheidungen auf fundierten Informationen basieren.
- Transparenz: Informationen werden offen und verständlich bereitgestellt – ohne unnötige Komplexität.
- Verantwortung: Ich begleite Prozesse aufmerksam und mit dem Ziel, tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Diese Arbeitsweise ist besonders in Erbengemeinschaften wichtig. Mehrere Eigentümer müssen Entscheidungen treffen, Interessen können unterschiedlich sein, und Prozesse benötigen einen klaren Rahmen. Ich sorge dafür, dass dieser Rahmen besteht und Entscheidungen sachlich möglich werden.
Spezialisierung
- Immobilienmakler für denkmalgeschützte Wohnimmobilien
- Schwerpunkt: Verkauf und Beratung in Erbengemeinschaften
- Strukturierte Prozesse für komplexe Eigentumssituationen
- Verlässliche und nachvollziehbare Beratung
Mein Ziel ist es, Eigentümern Orientierung zu geben und Entscheidungen zu ermöglichen – ohne Druck, aber mit klarer Richtung.
Ausbildung & Erfahrung
- Studium der Immobilienwirtschaft (Bachelor of Science)
- Praktische Erfahrung im Verkauf und der Vermietung denkmalgeschützter Wohnimmobilien
- Einblicke in internationale Immobilienmärkte und professionelle Marktanalysen
- Langjährige Tätigkeit im Immobilienumfeld mit Fokus auf Beratung und Bewertung
Diese Kombination aus Fachwissen und Praxis ermöglicht eine realistische Einschätzung von Situationen und die Entwicklung praktikabler Lösungen.
Kontakt
Wenn Sie eine Wohnimmobilie in einer Erbengemeinschaft besitzen oder Unterstützung beim Verkauf einer denkmalgeschützten Immobilie benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
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Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam eine Lösung zu entwickeln, die zu Ihrer Situation passt.